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So war der Winter 20/21

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Der Winter 20/21 war vor allem unterhalb 2000m schneereicher, weist aber leider auch eine überdurchschnittliche Anzahl von Lawinenunfällen und -opfern auf.

Wie üblich hat das WSL Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) per Ende März einen ersten Überblick über den vergangenen Winter veröffentlicht. Der Winter 20/21 zeichnete sich durch ergiebige Schneefälle bereits im Oktober und einen schnee- und lawinenreichen Hochwinter und leider auch durch grosse und sehr grosse Lawinengefahr aus.

 

Schnee bis in tiefe Lagen im Hochwinter

Der Winter 20/21 startete mit ergiebigen Schneefällen im Oktober. Im trockenen und milden November wandelte sich die Schneedecke verbreitet zu einer Schwachschicht, was in der Folge über längere Zeit zu Lawinenauslösungen führten.

Nach weiteren Schneefällen zu Beginn des Dezembers gab es vorerst eine kurze Niederschlagspause, bevor über den Jahreswechsel wieder verbreitet Schnee fiel, teilweise bis in tiefe Lage. Bis Anfang Februar gab es am nördlichen Alpenkamm 4 bis 5m Neuschnee, aber auch im Jura und im Mittelland war es richtig winterlich mit viel Schnee. Insbesondere die ergiebigen Schneefälle Mitte Januar werden vielen in Erinnerung bleiben, da der Schnee auch im Flachland vielerorts mehrere Tage liegen blieb. Wir selbst nutzten diesen Flockdown für eine Splitboardtour auf den Üetliberg.

Flockdown in Zürich - Blick vom Üetliberg

Flockdown in Zürich – Blick vom Üetliberg

 

Der Frühling schaut vorbei

Anfangs Februar brachten kräftige Südwinde nicht nur hohe Temperaturen, sondern auch viel Saharastaub, der vielerorts eine Endzeitstimmung aufkommen liess. Die zweite Februarhälfte war durch frühlingshafte Temperaturen geprägt. Da in hohen Lagen noch viel Schnee lag, herrschten recht günstige Tourenverhältnisse, was auch wir während unseres diesjährigen Roadtrips zu nutzen wussten. Mitte März kehrte verbreitet der Winter zurück und brachte gebietsweise wiederum Schnee bis in tiefe Lagen.

Champoussin

Champoussin

 

Altschneeproblem

Das Altschneeproblem begleitete uns in diesem Winter über längere Zeit von Anfang Dezember bis Mitte Februar. In Mittelbünden und im Engadin war der Altschnee am längsten störanfällig und es wurden auch nasse Schneebrettlawinen beobachtet, die im Altschnee anrissen. In der zweiten Märzhälfte trat das Problem dann weniger in den bodennahen, sondern vermehrt in oberflächennachen Schwachschichten auf. Mit der zunehmenden Durchfeuchtung in hohen Lagen muss in diesem Frühling weiterhin mit Lawinen gerechnet werden, die im Altschnee anreissen können.

 

Viele Lawinenunfälle

Der Winter 20/21 weist bisher leider auch eine überdurchschnittliche Anzahl von Lawinenunfällen und -opfern aus. Vom 1. Oktober 2020 bis 30. März 2021 verzeichnete das SLF 318 Schadenlawinen, wovon 215 (Durchschnitt der letzten 20 Jahre: 113) sog. Personenlawinen mit insgesamt 296 erfassten Personen waren. Bis Ende März 2021 starben 27 Personen in Lawinen und eine Person wird weiterhin vermisst. Dies liegt deutlich über dem 20-jährigen Durchschnitt von 18 Lawinenopfern bis Ende März. Alle Opfer waren Wintersportler, wovon 11 auf Touren unterwegs waren und 16 auf Variantenabfahrten.

Das SLF führt in seinem Winterflash folgende Gründe für diese hohe Anzahl von Lawinenunfällen auf:

  • schwacher Altschnee / langanhaltendes ausgeprägtes Altschneeproblem
  • viel Neuschnee von Dezember bis anfangs Februar und Mitte März und Bildung von Triebschnee
  • grosse Lawinen, die im Altschnee ausgelöst wurden
  • mehr Variantenunfälle; fünf tödliche Unfälle im Variantengelände ereigneten sich an Tagen mit Gefahrenstufe
Übersichtskarte der Lawinenunfälle mit Todesopfern per Ende März 2021

Übersichtskarte der Lawinenunfälle mit Todesopfern per Ende März 2021

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