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Mondscheintour

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Bi iis am Haslibärg

Donnerstagabend. Ich sitze zu Hause in Zürich vor dem Computer und klicke auf die Webcam vom Hasliberg. “Seit wann sind den die Pisten am Hintertschuggi beleuchtet?” wundere ich mich, als ich das aktuelle Bild von 22:15 anschaue. “Doch halt. Das ist ja gar keine künstliche Beleuchtung. Das ist der Mond, heute Nacht ist ja Vollmond”.

Freitag. Das Bild der Webcam liess mich heute den ganzen Tag nicht in Ruhe. Und als am frühen Nachmittag Stefan noch schreibt, er würde es bereuen, am Morgen nicht an den Hasliberg zu fahren, schlage ich ihm spontan vor, trotz vorgerückter Stunde doch noch an den Hasliberg zu fahren und eine Mondscheintour zu machen. Lange musste ich ihn nicht dazu überreden. Und so treffen wir uns ein paar Stunden später im Haslital. Wir sind natürlich nicht ganz unglücklich darüber, dass auch noch Nachtskifahren am Hasliberg ist. Erlaubt uns dies doch, die ersten paar Höhenmeter gemütlich mit der Bahn zu absolvieren. Ab der Mägisalp geht’s dann aber nur noch aus eigener Kraft weiter. Mit dabei auch unser Crew-Maskottchen Calou, die wieder einmal einige Meter (oder besser gesagt wohl Kilometer) mehr läuft als wir. Obwohl wir noch im Schatten der Berge hochlaufen und den Mond nicht erblicken können, reicht das vom Schnee reflektierte Licht des Mondes aus und wir können unsere Stirnlampen im Rucksack lassen.

Aber beinahe hätten wir unsere Sonnenbrillen auspacken müssen, als wir zur Seemad hochkamen. Weiter obe n am Berg waren drei Pistenfahrzeuge damit beschäftigt, die Pisten für den Ansturm am Samstag vorzubereiten. Also würde es nichts mit dem gemütlichen Hochlaufen auf der Piste. Wir hatten aber immerhin noch die Wahl zwischen dem teilweise steilen Lifttrassee oder dem Selberspuren im Neuschnee. Wir entschieden uns fürs Lifttrassee. Schlussendlich konnten wir ja unten am Tschuggi noch nicht ahnen, dass wir auch hier auf halber Strecke noch einem Pistenfahrzeug ausweichen müssen.

Und irgendwann waren wir im letzten Anstieg hoch zu den Erzgrueben. Was für ein überwältigender Augenblick, als wir unsere Köpfe endlich über den Grat streckten und die vom Mond hell erleuchtete Kulisse mit dem Gental im Vordergrund und dem Titlis, Bänzlauistock, Wetterhorn etc. im Hintergrund erblickten. Wir liessen es uns nicht nehmen, dem Grat entlang noch bis zur Bergstation weiter zu laufen. Und wir mussten schon ab und zu mit einem Blick auf die Uhr vergewissern, dass die uns folgenden Schatten vom Mondlicht und nicht vom Sonnenlicht stammten. Selbst das Abfellen und Ummontieren der Bindung auf dem Splitboard war ohne Stirnlampe möglich. Bereits jetzt waren wir uns einig, dass sich die relativ spontane Nachttour mehr als gelohnt hatte. Und nach der Abfahrt durch den frischen Powder stand dies sowieso ausser Zweifel!

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