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Wo geht’s denn hier durch? Kartenlesen richtig gemacht

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Eine Frage, die du dir beim Tourengehen hoffentlich nicht öfters stellt. Denn wer sich auf eine Ski- oder Wandertour begibt, tut gut daran, die Tour vorgängig zu planen. Eines der wichtigsten Hilfsmittel hierfür: Karten.

Aber wie liest man Karten eigentlich am besten und was gibt es dabei zu beachten? Wir haben hier mal die wichtigsten Punkte zum Thema Kartenlesen zusammengefasst.

 

Was ist eine Karte

Eine Karte ist die digitale oder analoge Abbildung eines bestimmten Ausschnittes der Erdoberfläche. Wer sich im Gelände orientieren muss, verwendet primär sog. topografische Karten, welche die Geländeformen und andere Details darstellen, und die wir etwa als Landeskarten kennen. Thematische Karten sind Karten, die ein bestimmtes Merkmal oder Thema darstellen und meistens auf topografischen Karten aufbauen. Beispiel thematischer Karten sind etwa Lawinengefahren- oder Tourenkarten. Karten lassen sich aber noch nach weiteren Kriterien unterscheiden wie z.B. nach den verwendeten Massstäben (z.B. 1:25.000), Darstellungsraum (z.B. Europa- vs. Landeskarte), Nutzergruppen (Autofahr- vs. Wanderkarten) und Herausgeber (amtliche Karten).

 

Elemente einer Karte

Kartensignaturen / Legende

Kartenlesen - SignaturenSignaturen sind grafische Zeichen, die einfach und möglichst selbsterklärend Informationen vermitteln. Punktsignaturen stellen lokale Objekte (z.B. Bahnstationen, Brunnen) dar. Liniensignaturen geben den Verlauf von Flüssen, Strassen, Wegen und Grenzen wider. Flächensignaturen bilden flächenartige Objekte wie Wälder und Seen ab. Zu beachten ist, dass die verschiedenen Herausgeber unterschiedliche Signaturen verwenden, die aber oft ähnlich sind.

Die auf Schweizer Landeskarten verwendeten Signaturen sind in der Broschüre «Zeichenerklärung» im Detail erläutert.

 

Massstab

Kartenlesen - MassstabAuf einer Karte wird die Landschaft immer verkleinert und vereinfacht dargestellt. Der Kartenmassstab gibt dabei das Verhältnis zwischen einer Strecke auf der Karte und derselben Strecke in Natur an und beeinflusst die Detailgenauigkeit einer Karte.

1cm auf einer Karte mit dem Massstab 1:50000 entspricht einer Strecke von 500m in der Natur, bei einem Massstab 1:25000 sind es 250m in der Natur.

 

Höhenkurven/-linien

Kartenlesen - HöhenlinienHöhenkurven bilden Punkte mit gleicher Meereshöhe ab und erlauben so wichtige Aussagen über die Geländeformen. Je weiter die Höhenkurven auseinanderliegen, desto flächer ist das Gelände; je kleiner der Abstand zwischen den einzelnen Höhenkurven, desto steiler ist das Gelände.

 

Relief und Geländeformen

Kartenlesen - GeländeformenZusätzlich zu den Höhenkurven erhöhen die reliefartige Darstellung die Lesbarkeit einer Karte und vereinfachen die Geländeinterpretation. Insbesondere die Hervorhebung von Geländeformen (z.B. Felsflächen) sind ein wichtiges Hilfsmittel bei der Orientierung im Gelände.

 

Beschriftungen

Kartenlesen - BeschriftungenEin weiterer wichtiger Bestandteil einer Karte sind die verwendeten Schriften, die je nach Schriftart Orts-, Flur oder Bergnamen wiedergeben.

 

Koordinaten

Kartenlesen - KoordinatenMit den Koordinaten lässt sich die Lage eines jeden Punktes bestimmen. Die erste Zahl bezeichnet die Lage in west-östlicher Richtung, die zweite diejenige in süd-nördliche Richtung.

Zu beachten in der Schweiz: Schweizer Landeskarten verwenden ein eigenes Koordinatensystem. Ausgangspunkt ist Bern mit den Koordinaten 2600000/1200000.

 

Die richtige Karte für Touren wählen

Massstab 1:25000 oder 1:50000

Der geeignetste Massstab richtet sich immer nach dem, was man unternehmen will. Für Touren mit Ski/Splitboard oder Bike und beim Wandern/Bergsteigen empfehlen wir eine Karte mit Massstab 1:25000. Mit diesen Karten lässt sich die Geländebeschaffenheit und Wegart am besten erkennen. Gerade bei schwierigen Bedingungen und weglosen Abschnitten eigenen sich diese Karten besser, sich im Gelände zu orientieren und den richtigen «Weg» zu finden.

 

Passender Ausschnitt

Es versteht sich eigentlich von selbst, für die geplante Route eine Karte mit dem passenden Ausschnitt mitzunehmen. Bei Touren am Kartenrand oder darüber hinaus, ist es unerlässlich das folgende Kartenblatt ebenfalls dabei zu haben. Bei digitalen Karten sollte der benötigte Ausschnitt vorgängig vollständig heruntergeladen bzw. auf dem Smartphone gespeichert werden, so dass dieser auch zur Verfügung steht, wenn keine Internetverbindung möglich ist.

 

Aktuelle Karten

Die Landschaft ändert sich stetig. Wege im Gebirge und bei Gletschern können sich ändern, weshalb ältere Karten die Wirklichkeit manchmal nicht mehr korrekt darstellen. Stelle deshalb sicher, dass du jeweils die aktuellste Ausgabe einer Karte verwendest.

 

Kartenmaterial

Kurz einen Kartenausschnitt zu Hause auf dem Printer ausdrucken und diese in den Rucksack einstecken, ist eine kostengünstige Art. Aber spätestens bei Regen oder mehrfachem Gebrauch ist eine solche Karte nicht mehr zu gebrauchen. Wer Karten unterwegs nutzt, sollte deshalb darauf achten, dass diese wetter- und reissfest sind.

Digitale Karten sind vorgängig auf das benutzte Gerät herunter zu laden, so dass sie auch offline verfügbar sind. Der Akku des Gerätes sollte ausreichend geladen sein. Gerade bei Kälte ist die Akkuleistung oft herabgesetzt. Deshalb eventuell Ersatzakku oder Powerbank mitnehmen.

 

 

Unsere Empfehlungen

Für eine Tour – sei dies nun mit Ski/Splitboard, Bike oder einfach nur zu Fuss – stehen verschiedene Karten sowohl off- wie auch online zur Verfügung.

Unser bevorzugtes Tool für die Tourenplanung ist das Onlineportal von Swisstopo, welches wir bereits in zwei früheren Beiträgen („Schneesportkarten online verfügbar“ / „Online-Karten neu mit Lawinengelände„) vorgestellt haben.

Je nach persönlichen Vorlieben und Art der Touren empfehlen wir für die Planung wie auch während der Tour eine Kombination der folgenden digitalen und analogen Karten:

 

Ski-/SplitboardtourenSchneeschuh- und Skitourenkarten 1:50 000

 

Singletrail MapsBiketouren

 

WandernLandeskarte 1:25 000

 

 

Orientieren im Gelände

GPS / Smartphone

Ganz klar, am einfachsten geht die Orientierung im Gelände mit einem GPS tauglichen Gerät – sofern man ein solches dabei hat, das Gerät funktioniert und man auch weiss, wie das Gerät zu bedienen ist. Falls nicht, hilft eine topografische Karte weiter.

 

Einnorden

Will man unterwegs seinen Standort festlegen, muss man seine Karte „einnorden“, d.h. die Karte so im Gelände ausrichten, dass der obere Rand nach Norden zeigt. Auf einer Karte ist am oberen Rand immer Norden. Richtet man den oberen Rand also nach Norden aus, liegt die Landschaft genau so vor dir wie auf der Karte abgebildet. Die Nordrichtung kann man grob anhand des Sonnenstandes festlegen oder genauer mit einem Kompass.

 

Auffällige Geländepunkte

Auffällige Geländepunkte wie Kirchtürme, Siedlungen, einzelnstehende Gebäude, Wasserläufe, Wegbiegungen helfen, seinen Standort auf der Karte festzulegen, wenn man diese Geländepunkte in der Natur mit seiner Karte vergleicht. Insbesondere Wasserläufe sind dabei hilfreich, da sie sich in der Natur wenig verändern und auf einer Karte markant – meistens in blauer Farbe – dargestellt sind. Grüne Flächen auf der Karte stehen für Wald und Vegetation und graue Flächen für Felsen und Geröll.

 

Daumengriff

Am besten faltet man seine Karte auf eine handliche Grösse, richtet sie nach Norden aus und fixiert Karte mit dem Daumen auf dem aktuellen Standort.

 

Höhenkurven/-linien

Höhenkurven helfen ebenfalls bei der Orientierung im Gelände. Je weiter sie auseinander liegen, desto flächer ist die natürliche Umgebung und je enger sie sind, desto steiler ist das Gelände.

 

Wie man Wanderkarten nutzt

Wer sich das ganze lieber visuell erklären lässt, schaut sich am besten die beiden folgenden Videos von MacWas21 auf Youtube an:

 

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