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Den zweiten Tag im Val Maighels oder besser gesagt die Traverse an der Martschalllücke noch ziemlich in den Knochen, schliefen wir doch tatsächlich am Stück durch, aber wie die Munggen!

Erst von den Aufbruchgeräuschen der SAC Fraktion wurden wir wieder geweckt und noch immer nicht ganz wach, trafen wir am Frühstückstisch nochmals auf die lustigen Schauders.

Gut gestärkt ging’s dann leider schon wieder ans Packen der immer noch viel zu schweren Rucksäcke. Heute sollte es ja via Fil da Tuma, über den Pazolastock nach Hause gehen. Viel Tragen war also angesagt, aber die Erinnerung an den letzten Traumrun vom Rossbodenstock runter liess uns nicht los. Gefühlsmässig irgendwie deutlich zügiger stiegen wir also diesmal den Berg hoch.

Und um die Gruppe zu komplettieren, machte zur Abwechslung auch noch Stef die Schildkröte. Ausgerechnet im steilsten Couloir vom ganzen Aufstieg, samt Kamerastativ, ein gutes Stativ wohlgemerkt! Wieder aufgerappelt, ging’s weiter bis zur ominösen Martschalllücke, wo wir über den Grat Richtung Pazolastock abzweigten. Verdammtnochmal heiss war’s da oben an dem Südhang, kaum zu glauben, dass wir vor einigen Tagen noch tiefste Minustemperaturen hatten. Über den Grat bis zum Bänkli vor der Hütte am Pazolastock hiess es dann Skis und Splits aufschnallen, klettrige Sache da oben um die schiefen Granitfelsen rum! An der Hütte angekommen, sassen da schon zwei besonders gesellige Tourengänger aus Luzern. Obwohl die beiden einen paraten Eindruck machten, waren die angeblich zum Ausnüchtern hier oben. Es ist ja Aschermittwoch heute, das Ende der Fasnacht. Sympathische Kerle jedenfalls!

Etwas weniger dann dieser Sokrates aus Bayern, der das Philosophieren nicht lassen konnte. Umso schöner drum die Nachricht, dass der FCB die Bayern wegputzte in der Championsleague. Aber erst war ja noch die hart erkämpfte Abfahrt zu vollbringen, das legendäre Piz Nurschalas North Face sollte es werden. Letztes Mal lag irgendwie weniger Schnee da oben am Drop in. Eine riesen Wächte, gedeckelter Schnee, 47° Steigung und gäbig viel Gewicht am Rücken. Grad bisschen sehr sketchy, wir wollten ja schliesslich heil unten ankommen. So entschied man sich wohl oder übel für die Abfahrt auf der anderen Seite runter bis nach Andermatt. Auch keine schlechte Wahl, besonders im oberen Teil wo es noch frischen Puder gab. So spürte sich der eine oder andere grad nochmals gar nicht mehr!

Zügig kamen wir voran und spätestens als wir bei Nätschen die Oberalppassstrecke erreichten, spürten wir auch die Zivilisation wieder näher rücken. Komisches Gefühl eigentlich, nach solchen Tagen im Gebirge wieder inmitten von Menschen an einem Bahnhof zu stehen. Zumindest fanden uns die Müetis im wartenden Zug nebenan genauso komisch. Obs an den GoPros auf den Helmen oder den tätschbraunen Grinden lag, blieb ungeklärt.

Jedenfalls freuten wir uns schon wie verrückt auf das kommende Filet-Steak beim Baschi, einfach immer noch eines der besten Bitzen Fleisch dies gibt! Und das nach einem Trip wie diesem, mit nem Hunger für sieben und den guten Erinnerungen mit im Gepäck, üüh botz heilandtonner! So gut hat’s schon lang nicht mehr geschmeckt.

Was für ein Abschluss von einem langen, schneereichen Bootcamp. Die Welt braucht einfach mehr solche Tage und Momente! Zumindest fanden wir das so und beschäftigten und schon mit den nächsten Wochenenden, an denen man wieder eine Expedition in den Schnee starten könnte. Ein grandioses Ende – wir kommen wieder, ganz bestimmt!

 

Stefan, Salomon, René

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