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Eine blutige Nase haben wir uns nicht geholt, aber…

Bei dem hochsommerlichen Wetter war für uns schon anfangs Woche klar, dass es am Freitag auf eine Biketour geht. Ein fast vergessener Abgabetermin und eine damit verbundene Nachtschicht führten schon frühmorgens für eine erste Verzögerung. Und die zweite folgte sogleich. Noch bevor es richtig losgehen konnte, war auch schon wieder die Luft raus – und zwar aus dem Hinterrad. Also erst mal noch ein kurzer Boxenstop im Bikeshop – vielen Dank an Wiedermeier-Zweirad für den super Service und die schnelle Reparatur – bevor es endlich ins Wallis ging.

 

Planänderung – es geht zum Aletschgletscher

Für die eigentlich geplante Tour von Grengiols hoch zum Breithorn war es inzwischen zu spät und für die Tour zur Galmihornhütte war’s eigentlich schon viel zu warm. Kurzerhand entschieden wir uns deshalb für eine Alternative, die wir am Vorabend noch kurz gegoogelt hatten. Aber wohl etwas zu kurz, wie sich noch herausstellen sollte. Und so standen wir am frühen Nachmittag auf dem Bettmergrat und genossen den Ausblick auf den grössten und längsten Gletscher der Alpen – den Aletschgletscher.

 

Verbockter Einstieg – eindrückliche Kulisse

Von einer “eindrücklichen Kulisse” wurde im Tourenbeschrieb auf ride.ch gesprochen. Das konnten wir hiermit schon mal bestätigen. Aber auch eine “knackige Singletrail-Tour” wurde versprochen. Wie knackig sollten wir sogleich erfahren. Obwohl ‘fahren’ es nicht ganz so trifft. Wegen Steinschlaggefahr ist der direkte Weg über das Grosse Gufer zur Roti Chumma gesperrt. Der neue Weg führt erst einmal fast 300 Höhenmeter runter und ist an dieser Stelle mehrheitlich nicht fahrbar. Entsprechend ungläubig – oder war es Mitleid – waren auch die Blicke der uns entgegenkommenden Wanderer. Wir liessen uns jedoch nicht durch Bemerkungen wie “beaucoup de portage” oder Hinweise auf Mondlandschaften vom eingeschlagenen Weg abbringen – mal abgesehen von einem Salto über den Lenker.

Der Trail durchs Wysse Löub liess uns den mühsamen Abstieg aber schnell vergessen. Die Landschaft ist atemberaubend. Der ständige Ausblick auf den mächtigen Aletschgletscher und die karge Landschaft machen diese Wegstrecke schlicht und einfach zu einem der schönsten Trails in den Alpen.

Nach dem Überschreiten (ja, leider wieder eine kurze Tragepassage) des Grates ging es weiter den Märjelenseen – einer Ansammlung kleiner Bergseen – entlang hoch zur Gletscherstube. Ab hier könnte man durch einen Skitunnel, der im Sommer für Wanderer offen ist, relativ einfach auf die Fiescheralpe kommen. Wir aber entschieden uns für die Fahrt durchs Fieschertal runter. Schliesslich dachten wir zu diesem Zeitpunkt ja noch, den “knackigen” Teil der Tour bereits hinter uns zu haben.

 

Fieschergletscher

Ein flowiger Trail führte uns erst einmal an verfallenen Alphütten durch den Märjelenwang. Abgesehen von ein paar kniffligen Stellen war auch der weitere Weg durchs Stock mehrheitlich fahrbar und wir erreichten bald die Seitenmoräne des Fieschergletschers. Wie sein grosser Bruder der Aletschgletscher ist auch der Fieschergletscher vom Klimawandel betroffen und vom Aussichtspunkt aus ist leider nicht mehr viel von ihm zu sehen.

 

Klettergarten

Nach einer kurzen Pause machten wir uns auf die weitere Abfahrt ins Tal. Oder so dachten wir zumindest. Schon nach kurzer Fahrt mussten wir nämlich feststellen, dass die vorübergehende Wegsperrung aus dem Jahr 2017 immer noch gilt. Uns blieb also nichts anderes übrig, als auf den Weg über die “Burg” auszuweichen. Tja, was soll man sagen. Landschaftlich abwechslungsreich und super schön. Zum Wandern. Fürs Biken aber eher ungeeignet.

Es entbehrte nicht einer gewissen Ironie, dass wir nach dem Klettergarten unterhalb der Burghütte endlich wieder aufsatteln und den nun wieder flowigen Trail runter nach Fiesch unter die Räder nehmen konnten.

 

Trotzdem…

Es waren definitiv mehr Schiebe- und Tragepassagen, als wir erwartet haben. Vor allem wegen der Wegsperrung im Fieschertal, über die wir wahrscheinlich schon im Internet gestolpert wären, hätten wir ein bisschen länger rechechiert. Die eindrückliche Landschaft bei dieser Tour entschädigt aber für vieles und wir hatten trotz der Schiebe- und Tragepassagen viel Spass auf dieser Tour. Fürs nächste Mal überlegen wir uns aber, sie gleich mit dem Wanderrucksack machen. 🙂

 

Infos zur Tour

Die Tour, wie wir sie gefahren sind, ist gut 25km lang.Wir sind bei der Station Betten gestartet, haben uns aber den Aufstieg (1800 Höhenmeter) zum Bettmerhorn hoch geschenkt und die Bahn genommen. Ab hier folgt man dem Wanderweg zu den “Märjelenseen” via “Uf de Setzu” und durchs “Wysse Löub”. Die Originalstrecke durch das Grosse Gufer ist gesperrt und nicht mehr befahrbar. Statt der Abfahrt über Stock durchs Fieschertal (wie wir die Tour gefahren sind), besteht die Möglichkeit, vom Märjelen-Stausee durch den Skitunnel ins Obers Tälli und via Fiescheralp ins Tal zu fahren. Bei dieser Variante wäre es aber allenfalls sinnvoller, die Tour in entgegengesetzter Richtung zu machen (vgl. Aletsch-Rundtour auf ride.ch), wobei auch hier ein paar Wegsperrungen zu beachten sind.

Karte Aletsch-Ride

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