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Chrizegghittä

"Liebling, ich habe die Berghütte geschrumpft!" - zumindest erschien sie wesentlich kleiner, als wir am Freitag nach dem Aufstieg auf den Grimselpass bei ihr ankamen.

Die Medien waren anfangs Woche voll mit Nachrichten über die Schneemassen im Wallis. Im Gegensatz zum Saas- und Mattertal wurde das Obergoms von den ganz grossen Schneemassen verschont. Als wir am Freitagmorgen also von Oberwald Richtung Grimselpass losmarschierten, wussten wir nicht, was uns dort oben genau erwarten würde.

 

Kein Fitnessabo mehr

Wir waren nicht die ersten, die bei diesem herrlichem Wetter den Schnee im Grimselgebiet geniessen wollten. So konnten wir erst einmal den Spuren derjenigen folgen, die sich bereits frühmorgens auf den Weg Richtung Sidelhorn gemacht hatten. Ein willkommene Erleichterung, hatten wir doch zusätzlich zur ordentlichen Tourenausrüstung auch noch Proviant für ein verlängertes Wochenende für fünf Personen in unseren Rucksäcken. Das einzige Krafttraining sollte dies aber heute nicht bleiben.

Ab Nassbode mussten wir unsere eigene Spur legen, da alle bisherigen Tourengeher Richtung Sidelhorn weiter gingen und wir die ersten waren, die zur Passhöhe abzweigten. Nach weiteren rund 20 Minuten lag sie dann vor uns - unsere Chrizegghittä. Oder zumindest was davon noch aus dem Schnee hervorschaute. Der erste Stock war mehr oder weniger vollständig zugeschneit. Uns so hiess es nach rund zweieinhalb Stunden Aufstieg erst einmal die Schneeschaufeln hervorzuholen und den Eingang zur Hütte freizulegen. Nach der ganzen Arbeit waren wir uns einig, das Fitnessabo können wir uns vorläufig sparen. Ebenso einig waren wir uns auch, dass wir uns nun ein Bierchen verdient hatten.

 
 

Flugbetrieb

Der Samstagmorgen zeigte sich von seiner schönsten Seite. Bevor es aber ab in den Schnee ging, hiess es nochmals Schneeschaufeln. Zumindest im 'Wohnzimmer' der Hütte wollten wir ein Fenster freilegen, um etwas Tageslicht rein zu lassen. Und da sich die beiden Nachzügler aus dem Tal etwas verspäteten, legten wir gleich noch einen Zugang zu unserem Holzvorrat neben der Hütte frei.

Nach dem Eintreffen von Philipp und René konnte uns aber nichts mehr davon abhalten, den unberührten Hinterhof unserer Berghütte zu geniessen. Eigentlich hätte auch bestes Flugwetter für unsere Drohne geherrscht. Leider aber waren an diesem Tag noch ein paar weitere und vor allem auch grössere "Vögel" auf dem Grimselpass unterwegs, so dass wir schlussendlich nur ein paar wenige Flugaufnahmen machen konnten. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Und ein paar Aufnahmen von der Grimselwelt im Winter wollen wir in diesem Jahr auf alle Fälle noch schiessen.

20180113 Grimsel   Chrizegghittae   Stefan   133148 tagged

 

Sidelhorn

Am Sonntag stand der Aufstieg aufs Sidelhorn auf dem Programm. Nachdem sich der Schnee der letzten Tage genügend gesetzt hatte, konnten wir den Weg über die Hüsegg bis knapp unter den Gipfel in Angriff nehmen. Ganz nach oben wollten wir nicht, da wir uns nicht die inzwischen bereits 'verfahrene' Südseite, sondern die Nordostflanke vorgenommen hatten. Dank des teilweise windgepressten Schnees über den Grat stiegen wir zügig auf. Zügig machten wir uns oben dann auch für die Abfahrt bereit, da uns ein kalter Wind um die Ohren blies. In der windgeschützten Nordostflanke war davon jedoch nichts mehr zu spüren, und wir konnten einen herrlichen Powderrun zurück zur Hütte und später runter ins Tal geniessen.

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