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Auf dem Weg zum Bandspitz

Zum Schutz der Wildtiere werden im Jagdbanngebiet Schwarzhorn im Rosenlaui (Reichenbachtal) drei Ski- und Schneeschuhtouren gesperrt. Vier weitere Routen, die ebenfalls zur Diskussion standen, bleiben jedoch für Freizeitsportler offen.

 

 

Schliessung von Routen zur Stärkung des Schutzes gefordert

Das eidgenössische Jagdbanngebiet Schwarzhorn in der Region Grindelwald/Brienz ist ein Wildtierschutzgebiet von nationaler Bedeutung. In solchen Schutzgebieten sind Ski- und Schneeschuhtouren nur auf vorgegebenen Routen erlaubt, um die Störung der Wildtiere auf ein Minimum zu beschränken. Das Gebiet ums Schwarzhorn hatte sich in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Schneesportgebiet entwickelt. Zahlreiche Freizeitsportler nutzten das weitläufige und abwechslungsreiche Routennetz von bisher insgesamt 18 Routen. Im Rahmen der Überarbeitung der Skitourenkarte Schwarzhorn (254S) und der Überprüfung aller kantonalen Wildschutzgebiete durch den Kanton Bern forderten deshalb diverse Stellen die Anpassung der zulässigen Routen im Rosenlauital. Insbesondere Pro Natur machte sich für eine Minimierung der Routen stark. Beim Schweizerischen Alpenclub SAC, den Gemeindepolitikern der Region und den Bergführern kam die geforderte Schliessung diverser Routen nicht gut an.


Drei Routen werden definitiv gestrichen

Deshalb wurde im Rahmen einer Neubeurteilung jede Route auf ihre Wildtierverträglichkeit hin geprüft. Ziel war es, Winterlebensraum für die Wildtiere zurückzugewinnen, aber gleichzeitig ein attraktives Wintersport-Routennetz im Gebiet zu erhalten. Heute informierte die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Bern nun über die gefundene Lösung, die dem sanften Tourismu ein weiterhin attraktives Routennetz bietet, die Störung der Wildtiere aber dennoch minimiert.

Drei Routen, die seit Frühling 2016 nicht mehr begangen oder befahren werden dürfen, bleiben gestrichen. Es sind dies die Routen Gärstenlücke (Routennummer 350c), Schöniwenghörner Ostgipfel (388) und die Südroute auf den Bandspitz von Scheidegg-Oberläger (355). Vier weitere Routen, die ebenfalls zur Diskussion standen, werden erlaubt und können somit begangen und befahren werden. Wir haben für euch auf dem entsprechenden Ausschnitt die drei betroffenen Routen rot hervorgehoben:

 

Online Tourenkarten aktualisiert

Auf der Online-Tourenkarte von Swisstopo wurde das neue Routennetz bereits angepasst. Die Ski-/Snowboard- und Schneeschuhtourenkarten von Swisstopo können seit letztem Winter auch online genutzt werden. Unter map.schneesport.admin.ch steht Wintersportlern ein immer aktuelles Planungsinstrument für ihre Freizeitaktivitäten zur Verfügung. Die Karten zeigen nebst den Schneeschuh-, Ski- und Snowboardrouten auch Bergbahnen und Skilifte. Ebenfalls enthalten sind Informationen über Hangneigungen, Wildruhezonen und Wildtierschutzgebiete sowie Unterkünfte.

Damit der Wintersport wildtierverträglich ist, sind die von den Kantonen festgelegten erlaubten Routen in den Wildruhezonen und den eidgenössischen Wildtierschutzgebieten aufgeführt. Zudem sind die Karten auf der Website der Kampagne „Respektiere deine Grenzen" zu finden.

 

Wichtiger Schutz der Wildtiere

Auch wenn eine unserer Lieblingsrouten im Gebiet des Schwarzhorns nun leider nicht mehr begangen werden darf, erachten wir den gefundenen Kompromiss gerade auch aus unserer Sicht als Tourengeher angemessen und sinnvoll. Zumal zwei der drei Bergpunkte nach wie vor auf anderen Routen erreicht werden können. Es lässt sich zudem nicht leugnen, dass die Wildtiere in diesem Gebiet durch uns Schneesportlerinnen und -sportler vermehrt gestört wurden. Der Gämse und dem Schneehuhn ging ein Viertel des Winterlebensraums verloren, beim Birkhuhn war es mehr als ein Drittel. Dieser Lebensraumverlust war mit den Schutzzielen des eidgenössischen Jagdbanngebiets nicht mehr zu vereinbaren.

Mit der Streichung der drei Routen wird ein Teil des Schutzgebietes wieder ausschliesslich den Wildtieren zur Verfügung stehen, damit sie hier ungestört bleiben. Da Wildtiere im Winter ruhen, sind Störungen durch den Menschen für sie besonders nachteilig. Auf der Flucht vor Schneesportlern verbrauchen die Tiere überlebensnotwendige Energiereserven, was zur Erschöpfung und damit bis zum Tod führen kann. Anhaltende Störungen können dazu führen, dass die Wildtiere das Gebiet verlassen.

 

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