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Kartenausschnitt der Lawinen am Oberalppass - (c) Swiss Topo

Das WSL Institute für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) ergänzte seinen Bericht zur Schnee- und Lawinensituation im vergangenen Winter mit Analysen von ausgewählten Lawinenunfällen. Eine empfehlenswerte Lektüre für Wintersportler.

 

Aus Lawinenereignissen lernen

Bereits im November 2017 (s. unser Bericht) veröffentlichte das SLF seinen Bericht über den Winter 16/17. Nebst einem Überblick über die Schnee- und Lawinensituation – übersichtlich pro Monat dargestellt - beinhaltet der Bericht Details und weitergehende Informationen über den Schneedeckenaufbau und Lawinenaktivitäten. Nun hat das SLF den Bericht mit rund 20 Seiten ergänzt, in denen gemeldete Lawinen mit Personen- und Sachschaden aufgeführt. Um aus Lawinenkatastrophen zu lernen und diese in Zukunft besser bewältigen zu können, dokumentiert und analysiert das SLF einige ausgewählten Ereignisse in seinem Winterbericht. In diesen einzelnen Unfallanalysen hebt das SLF besonders lehr- und aufschlussreiche Punkte hervor. Diese Punkte sind für alle Wintersportler hilfreich und wir können eine Lektüre der einzelnen Unfallanalysen nur empfehlen.

 

Lawinenunfälle im Winter 16/17

Im Winter (bzw. im hydrologischen Jahr) 16/17 kamen mit acht Personen aussergewöhnlich wenig Personen in Lawinen ums Leben. Es wurden insgesamt 150 Schadenlawinen registriert. In 104 Lawinen wurden dabei 158 Personen erfasst. Davon wurden 37 Personen verletzt und weitere acht Personen fanden den Tod. Der Winter 16/17 war somit von einer unterdurchschnittlichen Anzahl von Lawinenunfällen geprägt. Die Gründe hierfür sind vielschichtig. Ein später Winteranfang und die öfters schlechten Schneeverhältnisse führten dazu, dass durchschnittlich wohl weniger Leute im Schnee unterwegs waren. Das SLF tönt aber auch an, dass die drei schneearmen Winter zu einem gewissen Lerneffekt bei Wintersportler geführt haben könnte und sich diese defensiver und den Verhältnissen entsprechend verhielten. Und schlussendlich mag in vielen Fällen auch das nötige Quäntchen Glück mitgespielt haben.

Lawinenniedergänge mit Personenbeteiligungen im Winter 16/17

 

Datenbank zu Unfällen und Schadenlawinen

Das SLF erfasst Lawinenereignisse detailliert in einer Datenbank, wobei alle Unfälle mit Todesfolge seit 1936/37 vollständig registriert sind. Diese Datensammlung bildet nicht nur eine wichtige Grundlage für Lawinengefahrenkarten. Sie erlaubt es auch, langjährige Trends zu analysieren und damit abzuschätzen, wie wirksam Präventionsmassnahmen sind. Mit dem Aufbau der Datenbank begann das SLF 1998, wobei alle bekannt gewordenen Lawinen mit Personen- und Sachschaden seit 1936 archiviert wurden. Mit 15’000 Datensätzen liegt heute eine sehr umfassende, weltweit einmalige Schadenlawinendatenbank vor. Dies vereinfacht Lawinenunfälle abzufragen und zu untersuchen. Genutzt wird diese Datenbank dabei nicht nur von den Medien und der Öffentlichkeit, sondern auch von Organisationen, die sich mit Lawinenprävention und Unfallverhütung befassen. In den jährlichen Winterberichten werden jeweils ausgewählte Unfälle mit Personen- und Sachschäden aufgeführt und ausfürhlich analysiert.

 

Download

Der Bericht über den Winter 16/17 kann auf der Website des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF als PDF heruntergeladen werden. Die Unfallanalysen finden sich ab Seite 39 des Berichtes.