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Schneehöhe 16/17 im Mehrjahresvergleich - Quelle: SLF

Das WSL Institute für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) veröffentliche kürzlich einen ausführlichen Rückblick auf die Schnee- und Lawinensituation im vergangenen Winter. Für viele von uns ist das Fazit des Berichtes keine Überraschung: es war ein ausserordentlich kurzer und schneearmer Winter.

Nebst einem Überblick über die Schnee- und Lawinensituation – übersichtlich pro Monat dargestellt - beinhaltet der Bericht Details und weitergehende Informationen über den Schneedeckenaufbau und Lawinenaktivitäten.

 

Wetter, Schneedecke und Lawinengefahr in der Saison 16/17

Während der Winter Mitte November mit grossen Schneefällen vielversprechend startete, führte eine mehrtätige Föhnphase dazu, dass die weisse Pracht grossräumig wieder wegschmolz. Nur zu gut erinnern wir uns an die folgende schneearme Phase übers Jahresende hinaus. Der Dezember 2016 war übrigens so trocken wie noch nie seit Messbeginn. Daran änderte leider auch der Weihnachtsmann nichts und die meisten von uns erlebten – oder besser gesagt überlebten – grüne Weihnachten.

In den ersten zwei Monaten gab es zwar immer wieder Schneefälle, aber leider auch Föhnstürme und Wärmephasen. Diese Kombination führte zu einer mehrheitlich kritischen Lawinensituation mit Neuschnee und schwachem Altschnee. In einzelnen Gebieten blieben die schwachen Basisschichten der Schneedecke und die dünne Überdeckung bis in den März hinein eine Gefahr.

Im März meldete sich der Winter mit mehreren Grossschneefällen zurück. Diese führten bei schwankenden Schneefallgrenzen und im Kombination mit der schwachen Altschneedecke zu einer sehr hohen Lawinenaktivität. Der März war übers Ganze hinweg sehr warm und frühlingshaft. Die Schneefälle Mitte April bescherten uns nochmals ein paar Wintertage und verzögerten den Abbau der Schneedecke bis anfangs Mai. Danach verlor die Schneedecke aber sehr schnell an Masse, auch im Hochgebirge.

Das extrem späte Einschneien und das frühe Ausapern führten vielerorts zu einer extrem kurzen Dauer der Schneebedeckung und der Winter 16/17 zählt schweizweit zu den schneeärmsten und kürzesten seit Messbeginn.

Eine ausführlichere Zusammenfassung der einzelnen Monate findet sich im Bericht (Download).

 

Lawinenunfälle

Bis Ende Mai 2017 erfasste das SLF 99 Lawinen mit 151 erfassten Personen. 17 Personen wurden dabei verletzt und 7 Personen haben bei 7 Lawinen leider ihr Leben verloren. Die Anzahl der Unfälle liegt damit leicht unter dem Durchschnitt der letzten Jahre. Die Anzahl der Todesopfer liegt deutlich unter dem mehrjährigen Mittelwert von 23.

Die Gründe für die unterdurchschnittliche Opferzahl sind vielschichtig. Ein später Winteranfang und die öfters schlechten Schneeverhältnisse führten dazu, dass durchschnittlich wohl weniger Leute im Schnee unterwegs waren. Das SLF tönt aber auch an, dass die drei schneearmen Winter zu einem gewissen Lerneffekt bei Wintersportler geführt haben könnte und sich diese defensiver und den Verhältnissen entsprechend verhielten. Und schlussendlich mag in vielen Fällen auch das nötige Quäntchen Glück mitgespielt haben.

 

Download

Der Bericht über den Winter 16/17 kann auf der Website des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF als PDF heruntergeladen werden.

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