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Später Winter im Herbst / Foto: Christoph Marty

Die Dauer der Schneebedeckung nahm seit 1970 um 37 Tage ab.

Eine neue Studie der Universität Neuenburg und des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF zeigt, dass die Schneesaison heute im Herbst 12 Tage später beginnt und im Frühling sogar rund 25 Tage früher endet als noch vor 45 Jahren.

 

Die Klimaerwärmung verkürzt das Winterhalbjahr

Die Klimaerwärmung ist auch im Winterhalbjahr spürbar – und wirkt sich entsprechend auf die Schneebedeckung aus, wie eine soeben erschienene Studie der Universität Neuenburg und des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF zeigt. Ein Forscherteam rund um Martine Rebetez belegt darin erstmals, dass die Dauer der Schneebedeckung in Gebieten zwischen rund 1100 und 2500 m ü. M. über die letzten Jahrzehnte abnahm. Ähnliche Resultate lagen bisher nur für einzelne Stationen und andere Zeitperioden vor.

Die Forschenden wählten für ihre Studie 11 MeteoSchweiz-Wetterstationen in den verschiedensten Alpenregionen der Schweiz aus und analysierten den Zeitraum von 1970 bis 2015. Die verwendeten Schneedaten stammen zum Teil vom SLF, unter anderem von der hoch gelegenen Station Weissfluhjoch (2540 m ü. M.) oberhalb von Davos. Alle Stationen zeigen einen signifikanten Rückgang der Dauer der Schneebedeckung, unabhängig von ihrer Höhenlage oder ihrem geografischen Standort. Dafür verantwortlich ist in erster Linie eine zeitigere Schneeschmelze im Frühling. Aber auch ein späteres Einschneien im Herbst hat einen Einfluss: Im Durchschnitt aller Stationen beginnt die Schneesaison heute 12 Tage später und endet rund 25 Tage früher als 1970. Der Rückgang der Schneebedeckung ist im Frühling also doppelt so stark wie im Herbst. Die Forschenden stellten ausserdem fest, dass die jährlich maximal gemessene Schneehöhe im Durchschnitt um 25 Prozent abnahm und heute 28 Tage früher auftritt als vor 45 Jahren.

Obwohl die Winter anfangs der 1970er Jahre aussergewöhnlich schneereich waren und der Unterschied zu heute deshalb besonders stark ausfällt, lassen die Daten aufhorchen. Martine Rebetez: «Diese neuen Resultate zeigen, dass sich die Dauer der Schneebedeckung nicht nur in niedrigen Lagen, wo es für jedermann sichtbar ist, sondern in allen untersuchten Höhenlagen und vor allem im Frühling verkürzt hat.» Wie stark sich diese Tendenz in Zukunft fortsetzen wird, lässt sich mit dieser Studie nicht abschätzen. Es ist jedoch zu erwarten, dass sowohl der Wintersport als auch die im Sommer für Gesellschaft und Ökosysteme verfügbare Menge an Wasser davon betroffen sein können.

 

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